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Politische Arbeit gegen Einführung der Freierbestrafung in Deutschland

Organisiert für Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.

Anschubfinanzierung - politische Arbeit gegen Einführung der Freierbestrafung in Deutschland


Wir stocken auf!

Wir sind überwältigt. Innerhalb kurzer Zeit haben wir unser erstes Fundraising-Ziel von 5.500,- erreicht! Wir sind begeistert von eurem regen Zuspruch und den vielen unterstützenden Nachrichten. Das zeigt, wie wichtig unser Anliegen ist, das Sexkaufverbot in Deutschland zu verhindern. Unser Ziel ist eine sichere, legale und selbstbestimmte Arbeit. Und dieses Ziel wollen wir durch nachhaltige Strategien erreichen.

 

Deshalb wollen wir weitersammeln und stocken das Fundraising-Ziel auf, um unsere Arbeit auch langfristig zu finanzieren. 1.700,- Euro kostet unsere Bürokraft pro Monat. Ohne sie wäre die politische Arbeit undenkbar. Jede Spende hilft, dass sie uns erhalten bleiben kann.


 

Sexarbeitende haben politisch aufreibende und verunsichernde Jahre hinter sich.

Es ist noch keine 2 Jahre her, dass nach jahrelangen zähen Verhandlungen das sogenannte ProstituiertenSchutzGesetz (ProstSchG) in Deutschland eingeführt wurde. Obwohl es immer noch nicht in allen Bundesländern umgesetzt ist und eine Evaluation erst in drei Jahren vorliegt, werden bereits jetzt die Stimmen laut, die dieses Gesetz als gescheitert bezeichnen.

 

Auch der Berufsverband lehnt das ProstSchG ab. Die damit verbundenen Probleme haben wir bereits im Vorhinein immer wieder angebracht. Das ProstSchG dient nicht dem Schutz der Sexarbeitenden, im Gegenteil wird ihre Situation sogar verschlimmert.

 

Prostitutionsgegner*innen lehnen das Gesetz auch ab, jedoch aus anderen Gründen. Ohne jede Faktenbasis erklären sie Deutschland zum Bordell Europas und setzen Sexarbeit pauschal mit Vergewaltigung gleich. Bilder vom Elend Tausender nach Deutschland verschleppter und zur Prostitution gezwungener Migrant*innen werden imaginiert. Als Lösung all dieser Probleme wird die aus Schweden stammende Freierbestrafung präsentiert.

 

 

Was ist die Freierbestraftung und wo liegt das Problem? 

Die Freierbestrafung wird auch schwedisches Modell oder nordisches Modell genannt. In neueren Abhandlungen taucht auch das Wort Sexkaufverbot auf.

 

Unter dem Deckmantel der Behauptung, man wolle den Sexarbeitenden nicht schaden, sondern nur den vermeintlich übergriffigen Kunden das Handwerk legen, wird der Kauf sexueller Dienstleistungen unter Strafe gestellt. Sexarbeitende selbst sollen ihre Dienstleistung weiterhin legal anbieten können

Das klingt zunächst nach einer Gesetzgebung, die das Wohl der Sexarbeitenden im Blick hat. Allerdings, wovon sollen wir leben, wenn die Kunden ausbleiben? Was macht der Bäcker, wenn es verboten ist, seine Brötchen zu kaufen? Was der Journalist, wenn niemand mehr seine Zeitung kaufen darf? Die Kolleg*innen aus Schweden haben es treffend formuliert: „Die guten Kunden sind weg und die schlechten geblieben.“

Bei der Freierbestrafung geht es nicht um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit, sondern um die Abschaffung von Prostitution! Stellungnahme des Berufsverbandes gegen das Sexkaufverbot →  HIER

Fachberatungsstellen, Verbände und Wissenschaftler*innen warnen geschlossen vor einem Sexkaufverbot: Hier geht es zu einer Zusammenfassung, sowie Links zu den vollständigen Stellungnahmen.

 

 

Warum braucht die öffentliche Diskussion einen starken Gegenpol? 

Die Bilder vom brutalen Freier, von der Ausbeutung schutzsuchender Frauen, dem Menschenhandel und der Zwangsprostitution sind im öffentlichen Bewusstsein sofort präsent, wenn es um Prostitution geht. Es handelt sich bei all den angesprochenen Themen aber um Straftaten – nicht um Sexarbeit! Unser Anliegen nach Versachlichung und Faktenbasierung hat wenig Chance gegen bildgewaltige Moralkeulen.

 

 

Was sind die Lösungsansätze des BesD? 

Aktuell arbeiten wird gerade an einem ausformulierten Forderungskatalog. Da dies größtenteils ehrenamtlich erfolgt, dauert es leider etwas länger. Auch um diesen Prozess zu professionalisieren benötigen wir deine Spende. Hier unsere erste Auflistung:

  • Arbeitsvisum für Sexarbeitende
  • niedrigschwelliges Ausbildungs- und Fortbildungssystem, Professionalisierung
  • Umstiegsangebote massiv fördern
  • Bleiberecht für Opfer von Menschenhandel
  • ProstSchG: Regelungen für Sexarbeitende abschaffen
  • ProstSchG: Regelungen für Betreibende ändern
  • Sexualkundeunterricht an Schulen durch Sexarbeitende
  • Anerkennung als freier Beruf
  • Krankenversicherung nach Vorbild der Künstler-Sozial-Kasse
  • Aufnahme von Sexarbeit ins AGG

 

 

 

Und was macht der BesD mit meinem Geld?

 

2.500,-

Bezahlte Mitarbeiterin für administrative Aufgaben

(Verschriftlichung unserer Forderungen, politische Anfragen, Lobbyarbeit)

 

1.000,-

Medienarbeit

(Pressemitteilungen, Medienschulungen für Sexarbeitende, Erstellung Pressematerialien, Einordnung aktueller Debatten und Forschungen)

 

600,-

juristische Beratungen                                                                                            

 

600,-

Umgestaltung der Webseite

(Einbindung der politischen Forderungen, Webseitenwochenende mit verschiedenen Mitgliedern)

 

400,-

Fahrtkosten zu politischen Veranstaltungen 

 

400,-

Flyer, Postkarten mit unseren Forderungen

 

—————

5.500,-

Gesamtsumme

 

 

Und was wollen wir noch? 

Wir wollen bei Aktionen über unseren Beruf informieren. Wir wollen an jedem runden Tisch zum Thema „Prostitution“ sitzen. Wir wollen Politikerinnen und Politiker darüber informieren, wie eine sichere und selbstbestimmte Sexarbeit möglich ist. Wir wollen Kolleg*innen, die sich in schlechten Arbeitsbedingungen oder Notlagen befinden, helfen und beraten. Wir wollen eine Gesellschaft, in der das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verteidigt und jede Form der Sexualität akzeptiert wird, solange sie im Einvernehmen und zwischen Erwachsenen stattfindet. Dafür benötigen wir deine Spende. Auch komplett anonyme Spenden sind möglich - einfach eine Phantasie-Mailadresse eintippen, anders geht es leider nicht.

 

 

Vielen Dank für deine Hilfe,

Johanna Weber, Politische Sprecherin

Tamara Solidor, Finanzen

BesD e.V.                                                        

            

 

Kontakt:                                                                          

 

tamara[at]besd-ev.de

0179 - 416 78 83

 

johanna[at]besd-ev.de                                  

0151 - 175 197 71

 

Foto: Uwe Hauth                     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Organisiert von

Johanna Weber
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