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Absurdes Gerichtsurteil: Bekennender Linker Alexander Nym wegen Hitlergruß verurteilt

Organisiert für Alexander Nym

Im Oktober 2018 lief der Kulturwissenschaftler Alexander Nym an einem Informationsstand der AfD vorbei und äußerte seinen Protest dieser Partei gegenüber, indem er seinen Angaben zufolge dreimal hintereinander laut „Heilt Höcke“ rief und dabei seine Faust in die Luft reckte. Dies bestätigt auch eine Zeugin, die mit ihm gemeinsam in der Stadt war. Die anwesenden AfDler zeigten Herrn Nym wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen an und behaupteten, er habe „Heil Hitler“ gerufen sowie den Hitlergruß gezeigt. Die anwesenden Polizist*innen wiederum, die einige Meter entfernt vom Geschehen postiert waren, wollen gehört haben, dass er „Heil, Heil“ und kurz darauf „Sieg“ gerufen hätte. Trotz der widersprüchlichen Aussagen und der klaren antifaschistischen Haltung von Herrn Nym verurteilte ihn das Amtsgericht Fürth am 10. Oktober 2019 zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 30€.

 

Das Berufungsgericht hat am 19. Februar 2020 das Urteil bestätigt und einen bekennenden Antifaschisten absurderweise für das Zeigen des Hitlergrußes verurteilt.

 

Dieses Urteil zeigt eines ganz deutlich: Menschen, die sich gegen rechte und antidemokratische Organisationen stellen und auch keine Scheu davor haben, dieses in der Öffentlichkeit kund zu tun, müssen zukünftig verstärkt damit rechnen, aufgrund von Diffamation verurteilt zu werden.

 

Die Geldstrafe alleine beträgt 2100 €. Die Gerichts-/Prozesskosten können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in voller Höhe beziffert werden.Da aus rechtlichen Gründen über Spenden weder die Geldstrafe noch die Prozesskosten beglichen werden dürfen, dient diese Sammelaktion dazu, die zusätzlich entstandenen Anwaltskosten zu bezahlen. Diese alleine belaufen sich auf insgesamt 1925,42 €.

 

Lasst uns gemeinsam Alexander unterstützen, damit dieses ohnehin schon rufschädigende Urteil für ihn nicht noch existenzbedrohend wird.

 

NIE WIEDER FASCHISMUS!!! ZIVILCOURAGE DARF NICHT BESTRAFT WERDEN!!!

 

Ausführliche Informationen zu dem Urteil und der Verhandlung findet Ihr hier.

 

Und hier eine weitere kritische Auseinandersetzung mit den Vorfällen und vor allem der Signalwirkung des Urteils auf die Gesellschaft.

 

Zu Alexander Nym:

Alexander Nym (Jg. 1974) ist Kulturwissenschaftler, Moderator, Redner, Publizist und Veranstalter mit umfangreicher museums-, jugend- und medienpädagogischer Erfahrung (u.a. am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände sowie dem Memorium Saal 600; beide in Nürnberg).

Für verschiedene Initiativen und Auftraggeber kuratierte er multimediale Konzert-/Ausstellungsprojekte in Leipzig, Dresden und Nürnberg, und trat bei Konferenzen und Festivals im In- und Ausland als Moderator bzw. Referent in Erscheinung. Seine Schwerpunktthemen sind (neben Symbolik und Ritualistik der Reichsparteitags-inszenierungen): Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts, politische Diskursstrategien, und totalitäre Ästhetik in der Popkultur.

 

Wichtigste Veröffentlichungen (als Herausgeber):

Schillerndes Dunkel (Leipzig 2010, Standardwerk zur Jugendkultur der sog. „Schwarzen Szene“),

Alexei Monroe: Die Inquisitionsmaschine – Laibach und NSK (Mainz 2014),

NSK: Past – Present – Future (Ausstellungskatalog, Leipzig 2015, mit Alexander Pehlemann und Carsten Busse),

Leipzig in Schwarz (Ausstellungskatalog, Leipzig 2016, mit Volker Rodekamp und Jennifer Hoffert-Karas),

Organisiert von

Marv