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pragmatisches Zweitstudium für lernsüchtige Teilzeit-Alleinerziehende

Organisé pour : Nadia und ihre Räubertochter

DU bist hier, weil du an eine bessere Welt glaubst und Teil von ihr bist.

 Hier bist du richtig.

 

Ich bin 34 Jahre alt und studiere dual Sozialpädagogik und Management. Das ist mein zweites Studium. Mit meinem ersten Abschluss (Indologie und Religionswissenschaft) komme ich beruflich nicht weiter. "Warum hast du das denn studiert?" -> Um meine Wurzeln kennen zu lernen. Und aus purer Lust am Wissen und Lernen. Und weil ich es nicht besser wusste.

 

Ich habe eine vierjährige Tochter, die im Wechselmodell erzogen wird und jede zweite Woche bei mir ist. Ich möchte beruflich und finanziell wieder auf eigene Beine kommen, um für sie und mich sorgen zu können und unabhängig zu sein. Dafür muss ich jetzt etwas anders machen und mich um- und weiter bilden. Ich habe mich für das duale Studium Sozialpädagogik und Management entschieden, da ich damit die Notwendigkeit nach beruflicher Stabilität mit meinen scheinbaren Talenten und der ethischen Komponente verbinden kann, etwas Sinnvolles und Wertvolles für eine bessere Gesellschaft beitragen zu können. Ich arbeite jetzt bei einem freien Träger der Jugendhilfe und kann tatsächlich schon ein bisschen helfen, die Welt zu einer besseren zu machen.

 

Das ist aber gar nicht so leicht. Wer will kann hier lesen, welchen Kampf ich führe. Aber Achtung: er ist lang, langweilig und schwer zu verstehen. Wer sich das nicht antun will kann auch gleich zum Fazit scrollen.

 

 

Stationen des täglichen Wahnsinns -  eine kurze Übersicht

 

Nach meinem ersten Studium und Elternzeit habe ich als Ehrenamtskoordinatorin in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber gearbeitet, was mich sehr erfüllt hat. Zugang hatte ich dazu durch meine interkulturelle Kompetenz, fasziniert hat mich aber die soziale Ebene. Nach Schließung der Einrichtung habe ich weiter in diesem Bereich nach Arbeit gesucht, musste aber feststellen, dass ich ohne den passenden Abschluss hier nicht weiter komme.

 

Nach 9 Monaten Arbeitslosigkeit und ALG I-Bezug habe ich mich also für eine zusätzliche sozialpädagogische Qualifikation entschieden. Ich habe das duale Studium ausgesucht, weil es erstens den Praxisbezug schon in die Studienzeit bringt und Berufserfahrung in meinem Alter gut ist, mitzubringen. Zweitens dachte ich aber auch, dass ich durch die gleichzeitige Erwerbstätigkeit ein Einkommen erziele, das mit ALG II aufgestockt werden kann. Mehrere Mitarbeitende des Arbeitsamtes sagten, ich könne diesen Weg gehen.

 

Im ersten Semester bekam ich allerdings eine Ablehnung auf meinen Antrag, weil ich "im Grunde" BAFöG-berechtigt bin.

 

Ich konnte mich die ersten Monate über Wasser halten mit dem Taschengeld, das ich von meinem Praxisbetrieb bekomme, in dem ich von Montag bis Mittwoch mit 20 Wochenstunden arbeite (150€), dem halben Alleinerziehendenzuschlag (74€), einem Betrag, den ich vom Jobcenter für das Kind bekam (ca. 150€) und meinen Rücklagen. Die waren aber schnell aufgebraucht. Gleichzeitig wurde der Unterhaltsanspruch geprüft, den ich bisher nicht geltend gemacht hatte und nicht geltend machen wollte, um die scheinbare Harmonie in der geteilten Erziehung nicht zu gefährden.

 

Außerdem sollte ich nachweisen, dass ich kein BAFöG bekomme.

Mein BAFöG-Antrag ging von einem zum anderem Amt für Ausbildungsförderung, weil niemand sich zuständig sah und niemand sich traute einen Ablehnungsbescheid auszustellen. Ich bekam regelmäßig Informationen über die Weiterleitung, seit mehreren Wochen habe ich allerdings nichts mehr gehört. Der Fall wurde wohl bis zum Kultusministerium in BW getragen. Schwierig ist die Sache nicht, weil ich im Zweitstudium keinen BAFöG-Anspruch habe, sondern weil Studierende an Berufsakademien nicht BAFöG-berechtigt sind, weil sie im zuständigen Gesetzestext irgendwann mal vergessen wurden. Niemand ist zuständig. Zweite Lücke im System.

 

Gegen die Ablehnung des ersten Antrags auf Aufstockung habe ich Widerspruch eingelegt, welcher nach genau drei Monaten auf vier Seiten begründet abgewiesen wurde. Inhalt der Begründung: Ich bin "im Grunde" BAFöG-berechtigt. (Dieser Brief ist übrigens so geschrieben, dass ich mit meinen kognitiven Fähigkeiten, die mir ein Studium erlauben, aber ohne juristische Kenntnisse, große Schwierigkeiten hatte, ihn zu verstehen.)

 

Weil ich in alle Richtungen versucht habe, mein Auskommen zu sichern und in meiner Arbeit tatsächlich so gut bin, dass ich im ersten Semester schon nennenswerte Verwantwortung übertragen bekommen habe, habe ich zwischenzeitlich eine Erhöhung meines "Taschelgeldes" für eine begrenzte Zeit auf 450€ bekommen. Bei "Auszubildenden", als welche ich in diesem Fall gelte, zahle ich auf diesen Betrag übrigens schon Sozialabgaben, so dass netto ca. 350€ übrig bleiben. Noch eine Lücke, weil ich mal als Student, mal als Auszubildende behandelt werde, je nachdem, was mehr zu meinen Ungunsten ausfällt.

 

Inzischen ging vom JC auch eine Forderung über Unterhaltszahlung (135€) an die unterhaltspflichtige Person, welche seit Mai zwar bezahlt, mich seit dem aber massiv psychisch unter Druck setzt und der Meinung ist, dass das Kind eben nicht die halbe Zeit bei mir sein kann, wenn ich die finanziellen MIttel nicht aufbringen kann.

 

Inzwischen ist auch der erste Bewilligungszeitraum abgelaufen. Mein Weiterbewilligungsantrag wurde kurioserweise nicht abgelehnt, sondern seit zwei Monaten (Stand Mai) fließt tatsächlich nennenswertes Geld (Grundbedarf minus mein Einkommen minus Unterhalt). Scheinbar sind im JC unterschiedliche Menschen mit dem Erstantrag, mit dem Widerspruch und mit dem Weiterbewilligungsantrag beschäftigt, die weder miteinander kommunizieren, noch in die inzwischen sicher dicke Akte schauen. Ich füchte, dass dies bald doch geschieht und die Zahlungen wieder eingestellt werden, weil das Weiterbewilligungsteam die Meinung übernimmt, dass ich "im Grunde" BAFöG-berechtigt bin.

"Im Grunde" bräuchte ich eine ausführliche Rechtsberatung. Wer sich keinen Anwalt leisten kann hat im deutschen Sozialstaat Anspruch auf einen Beratungsschein. Um diesen zu bekommen muss man sich nur einen Tag Urlaub nehmen und im Amtsgericht mit seinem Mietvertrag, Kontoauszügen der letzten drei Monate, alle Einkommensnachweise, Nachweise über Versicherungen und sonstige Verpflichtungen, einem schriftlichen Nachweis über eine rechtliche Schwierigkeit und diversen anderen Unterlagen einen Antrag auf diesen Schein stellen.

 

Ja, der deutsche Sozialstaat ist okay, aber es gibt große Lücken. Ich treffe gerade ziemlich viele dieser Lücken. Mist. Wie vielen anderen Menschen mag es ähnlich gehen?

 

Fazit

 

Es ist also nicht so, dass ich gar kein Geld bekomme. Aber es sind kleine Beträge, die zusammen gerade so einen Grundbedarf decken und jeder einzelne davon ist so unsicher, dass ich nicht weiß, ob er übernächsten Monat noch fließt.

 

Mein Wunsch, den ich mit dieser Aktion anstrebe, ist es also, für eine Weile unabhängig von all diesen Faktoren zu werden, mich ein bisschen entspannen und auf das Studium und die Arbeit konzentrieren zu können, ohne mich jeden Tag damit beschäftigen zu müssen, Magen- und Kopfschmerzen zu bekommen und trotzdem keine Garantie zu haben, dass ich den Abschluss auch zu Ende machen kann.

 

Mit 900 € komme ich ohne Puffer, aber auch ohne Bauchschmerzen über einen Monat. es sind noch 34 Monate bis zum Abschluss. Gut 30 000€ würden mich entspannt über das gesamte Studium bringen. Mit etwa 10 000€ schaffe ich ein weiteres Jahr.

 

Wenn DU mir hilfst, das zu erreichen, bekommst du nichts direkt zurück, außer meiner aufrichtigen Dankbarkeit. Aber ich werde nicht mehr Anspannung, sondern Frieden, Liebe und Freude auf meine Arbeit und in die Welt ausstrahlen und das kommt bestimmt auch irgendwann bei dir an.

 

 

 

 

 

6 040 €

Collectés sur 10 000 €
60%
0 Jour restant
48 Participations

Organisé par

Nadia Kumar

Annerose Schöke-Philipp a participé

Annerose Schöke-Philipp a participé

Annerose Schöke-Philipp a participé

aurelie fyferling a participé 10 €

Luis Mutter a participé

Beatrix Albiez-Pins a participé

Gerlinde Wagner a participé 100 €

Anonyme a participé

Anja Schöke a participé

Jonas Hamm a participé

Atsuko Henkel a participé

Felicitas Rohrer a participé

Michael Dörfler a participé

Michael Seiferle a participé

Magdalena von Schönau a participé

Anonyme a participé

Anonyme a participé

DaSa a participé

Simon Westendorf a participé

Jana Grothe a participé

Anonyme a participé

Carola Lauber a participé

Gabriele Kumar a participé 70 €

Gabriele Suck a participé

Le 20 juin 2018
aurelie fyferling
Liebe Nadja, ich wünsche Dir ein schönen Tag! Bis bald, Aurélie
Le 23 mai 2018
Felicitas Rohrer
Liebe Nadia, ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass dein Vorhaben gelingt und vor allem, dass du deinen Weg weiterverfolgen kannst. Du hättest es verdient! Fühl dich lieb umarmt! :-)
Le 22 mai 2018
Michael Dörfler
Liebe Nadia. Ich finde Deine Aktion super. Und der Text dazu macht schon ganz schön nachdenklich. Alles Gute und viel Erfolg! Michael
Le 14 mai 2018
Agnes Baumgartner
Von meiner Freundin Agi
Le 14 mai 2018
Marjan Schoeke
Hallo Nadia, alle die dich kennen wissen, dass du "es drauf" hast und ich hoffe, dass wir alle zusammen dich unterstützten koennen. AN ALLE, DIE NADIA NICHT GENAUER KENNEN: Nadia ist nicht nur motiviert und smart, sondern "kann das richtig gut" was sie sich vorgenommen hat. Sie verdient jede Unterstützung. Wenn nicht sie, dann verdient niemand unsere Hilfe. Also, lieber ein bissen mehr als Betrag eingeben ;-)
Le 14 mai 2018
Bettina Lauber
Viel Glück
Le 14 mai 2018
Diana Schackow
Tag für Tag wirst du die drei Jahre schaffen. Es gibt ein Leben danach!
Le 13 mai 2018
Richard Busch
Super, das du das Studium auch gegen alle Widerstände durchziehen willst. Viel Erfolg!
Le 12 mai 2018
Ravinder Kumar
Hallo Nadia, viel erfolg mit crowdfunding und studium. LG Ravi
Le 12 mai 2018
Anonyme
Yes, go for it!