Springe zum Hauptinhalt
Wohnkosten für Geigenbauerin

Wohnkosten für Geigenbauerin


Liebe Freunde, Familie und Bekannte,

Ich wende mich mit einer Bitte an Euch.

Die meisten von Euch wissen, dass ich eine Ausbildung zur Geigenbauerin mache und mir damit mein großes Lebensziel erfülle. Seit 2016 verfolge ich nun dieses Ziel, seit ich mein erstes Praktikum in einer kleinen Geigenbauwerkstatt in Rheinsberg machte und mich dort in meinen Beruf verliebte.

Nun lerne ich den Geigenbau in dem schönen Städtchen Lübeck, für die Berufsschule fahre ich zwei mal im Jahr in das kleine Geigenbauerdorf Mittenwald nach Bayern, wo ich, umgeben von den Gipfeln der Voralpen, das Zeichnen von Geigen-Konstruktionen, Zusammensetzungen von Geigenlacken, die Geschichte des Geigenbaus und andere Dinge lerne. Diese Zeit ist für mich eine große Bereicherung, da ich hier Dinge kennenlerne, für die im Betriebsalltag wenig Zeit bleibt.

Die Berufsschulzeit bedeutet für mich jedoch jedes mal eine große finanzielle Belastung, da sich kein Amt zuständig fühlt, die doppelten Wohnkosten zu unterstützen. Das vorgesehene Schülerwohnheim in Mittenwald kostet 30€/Tag, die Blöcke finden zwei Mal pro Jahr statt für je ca. 6 Wochen. Dies ist jedoch eine große Ungerechtigkeit, da die Berufschüler, die in Bayern ihren Betrieb haben, die Wohn- und Fahrtkosten direkt und voll vom Land Bayern erstattet bekommen. Das macht am Ende der Ausbildung einen Unterschied von 6.300€ (zzgl. Fahrtkosten) aus, die ich privat für meine Ausbildung tragen muss, aus dem einzigen Grund, dass ich meinen Beruf in einem anderen Bundesland lerne.

Ein Schüler also, der 80 km von der Berufsschule entfernt wohnt, wird voll bezuschusst, während ein Schüler, der 750 km entfernt wohnt, sämtliche Kosten privat tragen muss.

Da meine Ausbildungsvergütung nicht sehr hoch ist und ich weder durch BAB noch durch andere Förderungen unterstützt werde, bitte ich Euch, mir mit einem kleinen Teil zu helfen. Glücklicherweise konnte ich ein WG-Zimmer in Mittenwald finden, dass mich nicht ganz so viel kostet wie das Schülerwohnheim. Trotzdem übersteigen die Blöcke noch mein Budget bei weitem.

Wenn viele einen kleinen Teil aufbringen, um meine Ausbildung mitzufinanzieren, kann ich auch noch im nächsten Jahr die Schule in Mittenwald besuchen. Vielleicht anstatt eines Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenks? Das würde mich unglaublich entlasten und mir sehr viel bedeuten! Natürlich habe ich mir auch schon die ein oder andere Kleinigkeit überlegt, mit der ich mich bei Euch für Eure Unterstützung bedanken möchte.

Ich danke Euch herzlich für Eure Mithilfe!

Eure Lina

//

Hier stelle ich mich noch etwas ausführlicher vor:

Mein Name ist Lina Maria Goldbach, ich bin 23 Jahre alt und lerne in Lübeck das Kunsthandwerk des Geigenbaus in der Werkstatt von Andrea Masurat. Seit vielen Jahren schon ist dies mein Traum und Lebensziel, dass ich auf einem Weg mit einigen Umwegen nun schon fast erreicht habe. Als ich 2016 mein Abitur an der Freien Waldorfschule Berlin-Kreuzberg machte, fügten sich meine Interessen - das Musikalische, das Künstlerisch-handwerkliche und das Historische- zu einem Gesamtbild zusammen und ich machte mein erstes Praktikum in einer kleinen Geigenbauwerkstatt in Brandenburg. Drei Wochen lang fuhr ich jeden Tag in das kleine, zwei Stunden entfernte Städtchen Rheinsberg und verliebte mich dort unwiderruflich in mein Handwerk. Mich faszinierte es, wie man alte, verstummte und verlassene Instrumente wieder zum Strahlen und Klingen bringen konnte, wie man scheinbar irreparable Schäden an einem geliebten Instrument wieder unsichtbar werden lassen konnte und wie man nach und nach aus einem stumpfen Stamm die feinen Wölbungen, Linien und Schwünge einer Violine entstehen lassen konnte. Diese Liebe ist bis zum heutigen Tag immer mehr entfacht.

Dem Wunsch nachkommend, zuerst einen Hochschulabschluss zu machen, suchte ich mir nach dem Abitur einen Studiengang, der zu meinem Ziel passt, und studierte bis 2019 Musikmanagement in Saarbrücken. Diese Zeit war für mich unglaublich bereichernd, ich konnte die Studieninhalte über Management und Marketing wunderbar mit dem musikwissenschaftlichen Teil verbinden, lernte die Grundlagen und Analysen der Musik kennen, konnte viele Themen aus dem Bereich des historischen Instrumentenbaus und die Akustik der Violine erforschen und viel mit Kommilitonen musizieren. Neben dem Studium verlor ich nie die den praktische Geigenbau aus den Augen und konnte in dieser Zeit einige Instrumente selbstständig restaurieren.

Zuletzt schrieb ich meine Bachelorarbeit über eine bestimmte, kaum erforschte Technik des Geigenbaus: dem frühen Alemannischen Geigenbau des 17. Jahrhunderts, und verglich ihn mit Geigenbautechniken anderer Regionen. So erschlossen sich mir interessante Zusammenhänge außerhalb der gängigen Lehrinhalte des Geigenbaus, die ich später noch weiterverfolgen möchte.

Dann begann ich im Herbst 2019 meine Lehre bei einem Geigenbaumeister in Stuttgart. Hier musste ich die Erfahrung machen, dass nicht alle diesen Beruf liebten. Es gibt auch diese, die über die Jahre verbittert und streng über ihre Arbeit werden und vollkommen die Begeisterung dazu verlieren. Dies und die Corona-Pandemie veranlassten sowohl mich als auch meinen Lehrmeister dazu, uns vorzeitig zu trennen. Nach langer Suche, in dem ich viele Wochen viele Stunden mit GeigenbaumeisterInnen in ganz Deutschland telefonierte, wurde ich von Andrea Masurat aufgenommen. Bei Ihr fand ich genau das, was ich gesucht hatte - Liebe zum Handwerk, Begeisterung und ein offenes Ohr für die MusikerInnen und SchülerInnen und eine herzliche, warme Art mit allen aus unserer Werkstatt umzugehen.

Die meiste Zeit lerne ich mein Handwerk im Betrieb. Einige Wochen im Jahr, 2 x ca.6 Wochen im Lehrjahr, besuche ich die Berufsschule in Mittenwald. Hier lerne ich meine zukünftigen KollegInnen kennen, habe Einblicke in verschiedene Instrumentengewerke wie Zupfinstrumenten- und Blasinstrumentenbau und habe Gelegenheit, mich weiter theoretisch mit dem Geigenbau, der Akustik, den Konstruktionen und den Materialien zu beschäftigen.

Leider ist diese Zeit für mich eine große finanzielle Belastung. Mein Lehrgeld ist nicht sehr hoch und ich finanziere mich komplett selbstständig, sowohl meine Miete in Lübeck als auch die zusätzlichen Mietkosten für die vielen Wochen in Mittenwald muss ich privat tragen. Da ich bereits einen Hochschulabschluss habe, bin ich nicht mehr berechtigt, staatliche Zuschüsse zu meiner Ausbildung zu erhalten, auch andere Möglichkeiten der Bezuschussung gibt es für mich nicht. Dadurch, dass sich mein Ausbildungsort und meine Berufsschule in verschiedenen Bundesländern befinden, ist weder das eine, noch das andere für mein Problem zuständig. Meine Eltern kann und möchte ich ebenfalls nicht dauerhaft damit belasten.

Das Schülerwohnheim kostet 30€ / Tag, das sind bei insgesamt 35 Berufsschulwochen in meiner Lehrzeit 6.300 €, die ich privat für meine Ausbildung tragen muss. Dies ist jedoch eine große Ungerechtigkeit, da Berufsschüler, die ihren Betrieb in Bayern haben, nichts, 0€ für ihre Unterbringung in Mittenwald bezahlen müssen, da diese von vornherein vom Land Bayern übernommen wird.

Ein Schüler also, der 80 km von der Berufsschule entfernt wohnt, wird voll bezuschusst, während ein Schüler, der 750 km entfernt wohnt, sämtliche Kosten privat tragen muss.

Daher wende ich mich nun an Sie und Euch und möchte darum bitten, mir finanziell zu helfen. Gern würde ich mich dafür erkenntlich zeigen, mit einem Vortrag, musikalischen Beiträgen, kleinen kunsthandwerklichen Aufmerksamkeiten oder auch gern einer Führung durch unsere Geigenbauwerkstatt.

Ich bedanke mich herzlich bei Ihnen und Euch!

Lina

63 Tage verbleiben
0 Beteiligung

Organisator

Goldbach Lina Maria

Profil verifiziert

Empfängers

Lina Goldbach