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We Need Homes FFM Anti-Rep & Spenden-Topf

We Need Homes FFM Anti-Rep & Spenden-Topf


We Need Homes FFM Anti-Repressions und Spenden-Topf

Im Zuge der Pandemie und des damit einhergegangenen Lockdowns und der "stay at home“ Kampagnen haben wir Ende August eine seit Jahren leerstehende und zunehmend vermüllte Brachfläche direkt neben dem Ostbahnhof besetzt. Dem Plan eines durchgentrifizierten Luxusquartiers, das viele Menschen ausschließt und verdrängt, stellen wir die gelebte Realität eines solidarischen, lebendigen und von Anwohner*innen gestalteten Viertels entgegen. Wir möchten neben einem Wohnraum einen Raum für nachbar*inschaftliche Vernetzung, Selbstorganisation, Kultur, Begegnung und solidarisches Miteinander etablieren bekommen wir viele positive Rückmeldungen und Unterstützung von Nachbar*innen, Vereinen und Institutionen im Ostend und auch seitens der Stadtpolitik und Stadtverwaltung erfahren wir Zuspruch.

Schnell hat sich herausgestellt, dass die Brachfläche der Hotelkette Premier Inn gehört, die bereits 2 Hotels in Frankfurt betreibt und auf der von uns besetzten Fläche am Ostbahnhof ein weiteres Luxushotel plant. Wir haben uns in den letzten Monaten immer wieder bemüht, mit den Eigentümer*innen ins Gespräch zu kommen, um über eine legale Zwischennutzung des Grundstückes zu verhandeln. Die Eigentümer*innen zeigten sich nicht kooperativ und haben die Verhandlungen Ende letzten Jahres abgebrochen. Stattdessen verlangten sie mehrfach unsere Räumung. Letzte Woche wurden unsere Identitäten von der Polizei festgestellt und wir bekamen Post von den Anwält*innen des Hotels der Kanzlei ReedSmith (www.reedsmith.com) aus Frankfurt. Diese drohen uns mit einem zivilrechtlichen Verfahren, das zum Ziel eine Räumung unseres Wagenplatzes am Ostbahnhof hat. Wir erwarten weitere Repressionen und beginnen deshalb jetzt schon Geld für den möglicherweise anstehenden Gerichtsprozess zu sammeln. Darüberhinaus sind wir immer auf Spenden angewiesen, z.B. für den Ausbau unseres Küchenwagens und die Infrastruktur am Platz oder einen Beamer für unsere Filmreihe.

Eidechsen & Fledermäuse, eine neue S-Bahn-Trasse & ein unrealistisches Bauvorhaben:

Vor dem Hintergrund, dass es nach Angaben der Stadtverwaltung hinsichtlich der Bauvoranfrage von Premier Inn bislang keinen Fortschritt gibt und ein Beschluss nicht in Aussicht steht, ist es für uns unverständlich, dass in Zeiten der Pandemie diese zivilrechtlichen Räumungsmaßnahmen ergriffen werden. Dem Bauvorhaben stehen nach Angaben der Stadtverwaltung zum Einem der naturgeschützte Status der mit uns auf dem Gelände lebenden Eidechsen und Fledermäuse im Wege. Zum Anderem wird das gesamte Areal um den Ostbahnhof durch das komplexe Großbauvorhaben der Nordmainischen SBahn-Trasse in den nächsten Jahren bestimmt. Da dieses im städtischen Interesse steht, wird ein privatwirtschaftliches Vorhaben, wie das des Hotels vermutlich hintenangestellt. Auch für das benachbarte, von wohnungslosen Menschen bewohnte Haus wurde vor 4 bis 6 Wochen ein Abrissantrag durch Premier Inn gestellt, obwohl auch hier ein Gutachten zum Artenschutz der Eidechsen und Fledermäuse fehlt. Mit den dort lebenden Menschen wurde kein Kontakt aufgenommen, was erneut die unsoziale und ausschließlich profitorientierte Haltung der Investor*innen zeigt.

Gentrifizierungsdruck im Ostend:

Während diese Repressionen eingeleitet werden, befinden wir uns weiterhin mitten in der Pandemie, welche soziale Benachteiligung in vielen Bereichen verschärft. In vielen Städten, wie auch in Frankfurt, bringt der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, steigende Mieten sowie soziale Verdrängung im Rahmen von Gentrifizierungsprozessen zunehmend Menschen in prekäre und wohnraumgefährdende Situationen. Die pandemiebedingten Hilfsgelder und Maßnahmen packen das Problem nicht an der Wurzel und begünstigen die sich bereichernde Immobilienbörse und deren Spekulationslogik. Eine sozialverträglichere und nachhaltige Lösung bestünde im Aussetzen oder zumindest einer Verringerung der Mieten, und der Umlegung der dadurch entstehenden Kosten auf lokale maximalverdienende Firmen und Industrien, insbesondere die kaum von der Pandemie betroffene Immobilienbranche. Außerdem in der Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum, anstatt von Luxuswohnungen, Hotels, Logistikzentren und Leerstand als Spekulationstaktik. Mitten im Ostend erleben wir Gentrifizierungsprozesse sehr sichtbar. Im Schatten der EZB werden Luxusbauten hochgezogen, die im starken Kontrast zur sichtbaren Wohnungsnot im Viertel stehen - 500 Meter die Straße hoch befindet sich die Übernachtungsstätte im Ostpark und im bei uns benachbarten Leerstand und rund um den Ostbahnhof leben viele wohnungslose Menschen unter prekären Umständen. Wir erleben das tagtäglich mit, versuchen zu unterstützen, soweit es uns möglich ist und fordern sinnvolle und sozialverträgliche Lösungen, wie die Öffnung von Hotels für Menschen ohne festen Wohnsitz (s. Stadt für Alle FFM, Kampagne Frankfurt hat Platz). Auch in unserem Projekt leben Menschen, die in Folge der Pandemie Arbeit und/oder Wohnraum verloren haben und auf den Wagenplatz als Wohnort angewiesen sind. So setzen wir unsere Kritik direkt in die Praxis um: Leerstand beleben!

Solidarische Nachbar*inschaft & bedrohte Freiräume in Frankfurt

Insbesondere mit dem Neuen Frankfurter Garten, einer grünen Oase und Naturschutzgebiet mitten in der Stadt und Treffpunkt mit Kulturprogramm fürs Viertel, leben wir eine solidarische Nachbar*inschaft. Doch auch dieses etablierte Projekt ist in einer prekären Situation, da es jährlich um die Verlängerung seines Vertrages bangen muss und durch den Bau der S-Bahntrasse gefährdet sein wird. Es gibt in dieser Stadt viel zu wenige Orte an denen selbstbestimmtes Wohnen und Leben umgesetzt werden kann, viel zu wenig Freiraum für nichtkommerzielle Kultur und Politisierung fernab von Verwertung und Marktlogik. Zudem wird wiederholt die Räumung (etablierter) linker Zentren, auch in diesem Wahlkampf durch die CDU, gefordert. Die zentrale Lage ermöglicht es uns mit unseren Forderungen und Positionen im Stadtbild präsent zu sein, anstatt an den Rand gedrängt und unsichtbar gemacht zu werden.

Wir fordern: Alle Menschen brauchen ein zu Hause, um überhaupt zuhause bleiben zu können! Alle Menschen brauchen einen Platz, um im Zweifelsfall in Quarantäne gehen zu können! Die Stadt braucht Orte, an denen Menschen frei von Schikane und Repression ihren Alltag und ihre Umgebung selbstbestimmt gestalten können! Keine Räumung in der Pandemie und auch sonst nie!

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Organiser

We Need Homes FFM


Beneficiary

We Need Homes FFM / Wagenplatz am Ostbahnhof