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Wäscherei für Geflüchtete in Moria, Lesvos

Wäscherei für Geflüchtete in Moria, Lesvos

Liebe Freunde, Bekannte, Freunden von Freunden und gänzlich Unbekannte,

 

seit ich 2015 das erste Mal auf der griechischen Insel Lesvos im Freiwilligeneinsatz tätig war ist viel passiert. In der ersten Zeit nach dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Deals war die Anzahl der Menschen, die die teure und gefährliche Reise von der Türkei nach Griechenland angetreten haben, drastisch gesunken. Allerdings sind auch die Grenzen in Europa geschlossen, so dass die Anzahl der Menschen, die auf den griechischen Inseln festsitzen, trotz weniger Neuankömmlingen langsam aber kontinuierlich gestiegen sind. Grund dafür war in erster Linie die Politik der „Hotspots“, die vorschreibt, dass die Menschen auf den Inseln bleiben müssen, bis ihr Asylantrag fertig behandelt ist. Das Asylsystem in Griechenland ist jedoch hoffnungslos überfordert, so dass manche Menschen mehrere Jahre auf einen Termin warten müssen.

Aus verschiedenen politischen Gründen, auf die ich hier nicht im Detail eingehen kann, ist die Zahl der Neuankömmlinge in den letzten Monaten wieder explodiert. Im berüchtigten Moria Camp halten sich heute (22.11.) knapp 16 000 Menschen auf – bei einer Kapazität von 3 000 Menschen. Davon über 1 000 Kinder ohne Eltern. Nur wenige tausend „wohnen“ in Containern, meist mit 8 oder mehr Etagenbetten. Die meisten müssen sich mit dünnen Sommerzelten zufrieden geben. Die hygienischen Verhältnisse sind schlicht unbeschreiblich.

 

Ein guter Bekannter von meinen früheren Touren nach Samos und Levos, Ross Ireland aus England, hat es sich zur Aufgabe gemacht, zumindest einem Teil der Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Kleidung und Bettwäsche vernünftig zu Waschen. Er hat unter unermüdlichem Einsatz mit vielen hundert Stunden Arbeit und mehreren tausend Euro Eigeneinsatz eine Wäscherei eingerichtet, in der in erster Linie Wäsche von Familien mit diversen Krankheiten (u.a. Krätze ist weit verbreitet), sowie von den Neuankömmlingen und der Kindersektion sowie allein reisenden Frauen gewaschen wird. Ich werde für ein paar Wochen von Ross das Management übernehmen, während er für 2 Wochen geschäftliche Dinge daheim ordnen muss.

 

Der Betrieb der Wäscherei ist komplett abhängig von Spenden. Einige größere Sponsoren kommen für einen Grundbetrag auf, wir müssen aber ca 40% der laufenden Kosten selber tragen. Zusätzlich möchten wir gern auch den letzten verbleibenden Platz mit weiteren Maschinen zustellen. Jede extra Maschine in Betrieb bedeutet mehr Menschen die saubere, desinfizierte, trockene Wäsche und Bettwäsche erhalten. Jeder Euro der hier (und in meiner parallel laufenden Kampagne in Norwegen) gespendet wird, geht direkt in den Betrieb der Wäscherei. Keiner der Freiwilligen (auch nicht Ross) erhält eine Vergütung. Die Kosten für das Waschen und Trocknen von einem Sack Wäsche (inkl. allen Kosten wie Miete, Strom, Wasser, Transport...) belaufen sich auf ca. 1,30 Euro. Das Ziel, in der endgültigen Ausbaustufe, sind 3500-4000 Sack Wäsche im Monat.

 

In der Hoffnung, dass die Crowdfunding Kampagnen erfolgreich sind, habe ich das Geld für zwei neue Wäschetrockner und eine Waschmaschine (zusammen 3300 Euro) ausgelegt, um möglichst schnell unsere Kapazität weiter zu erhöhen. Vielleicht könnt ihr mir ja dabei helfen, einen Teil dieser Auslagen zu decken – oder sogar darüber hinaus noch weitere Maschinen zu erwerben? Jeder noch so kleine Beitrag hilft, ebenso das Teilen dieser Kampagne in den sozialen Medien und analog mit Freunden und Bekannten.

 

Zum Abschluss ein paar Links:

 

Die „The Lava Project“ Homepage:

https://thelavaproject.org/ (Englisch)

 

The Lava Project auf Facebook:

https://www.facebook.com/thelavaprojectlesvos (Englisch)

 

Das “One Happy Family” community center, in dem Ross und ich letztes Jahr tätig waren und mit dem wir eng verbunden sind. Hier entstand die Idee, und von hier bekommen wir viel Hilfe – vom warmen Lunch zu Handwerkern, die uns neue Regale, Wände, Fenster und ähnliches bauen:

https://ohf-lesvos.org/de/willkommen/ (Deutsch & Englisch)

 

Und ein paar aktuelle Berichte über die Situation im Allgemeinen und in Moria im Besonderen:

Spiegel online 19.11.: 1350 Flüchtlinge angekommen

Spiegel online 20.11.: Griechenland will geschlossene Lager (=Gefägnisse) statt offenen Camps

The new humanitarian  14.11.: Winter warnings

Und der vielleicht am schwersten zu verdauenda Artikel, den ich seit langem gelesen habe - was passiert, wenn Kinder die Sprache verlieren, weil sie das Leben im Camp nicht mehr ertragen können. The Guardian 06.10.: When a child looses all hope in Moria camp

 

Zwei Trockner und eine Waschmaschine - natürlich bestellt in Griechenland, um die lokal Wirtschaft zu stärken

Hurra! Zwei neue Maschinen, gerade angekommen, schon in Benutzung (die beiden oben links, 21.11.)

Unsere Projektpartner, die für uns die Wäsche einsammeln und wieder ausgeben oder uns anderweitig unterstützen bzw. mit uns zusammenarbeiten.

1.458 € gesammelt

0 Tag verbleibt
10 Beteiligungen

Organisator

Vogedes Daniel Ludwig

Profil verifiziert

Empfängers

Daniel Vogedes