Abwehr von Verkehrsgewalt

Organisiert für Rasmus Richter

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,

jeder von uns kennt sie:

 

Autofahrerinnen und -fahrer, die im Wissen um ihren Schutzraum ihre tonnenschweren Gefährte nicht nur als Fortbewegungsmittel verstehen, sondern als Statussymbol, das sie von minderwertigeren Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern abhebt. Die meisten dieser Menschen verhalten sich dennoch im Verkehr vernünftig - aber ein kleiner Teil dieser Gruppe macht uns Radfahrerinnen und Radfahrern das Leben zur Hölle. Diese Menschen drängeln, hupen, schneiden und überholen in Zentimeterabstand, weil sie davon ausgehen, allein durch die Anschaffung ihres Fahrzeugs ein Anrecht auf unbehelligtes Fortkommen erworben zu haben. Wir haben es mit Menschen zu tun, die in voller Absicht auf Deutschlands Straßen Gewalt gegen nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen ausüben.

 

Diese Gewalt wird von den Polizeidienststellen, Staatsanwälten und Richtern dieses Landes noch immer nicht gesehen, sondern geflissentlich ignoriert. Dabei schwingen sich die Ausübenden dieser Gewalt zu illegitimen Hilfstruppen der genannten Exekutivorgane auf.

 

Um den Jahreswechsel 2016/17 wurde ich selbst zwei Mal Opfer dieser Form von Gewalt, als ich mich auf dem Weg zur Arbeit befand. Ich befuhr dabei eine der typischen bundesrepublikanischen Todeszonen, die Von-Vincke-Straße und Engelenschanze in Münster. Es handelt sich dabei um eine asphaltierte Schneise, die im Autowahn der Nachkriegsjahre brutal in die wenige noch vorhandene historische Bausubstanz geschlagen wurde. Es ist ein Ort, auf dem ich mich auch als routinierter Radfahrer nicht unbedingt wohl fühle, der aber der kürzeste Weg ins Büro ist und zu dem es mindestens abschnittsweise keine alternative Route gibt.

 

Zwei Mal bedrängten und verhupten mich zwei Autofahrer mit PS-starken Produkten aus Baden-Württemberg bei völlig anstandslosem Verkehrsverhalten meinerseits. Ich war einfach nur im Weg. Und zwei Mal beging ich einen Fehler:

 

Ich ließ mich nicht vertreiben. Ich sagte Nein! Ich hielt die Gewalttäter auf und rief die Polizei.

 

Am 19.09.2017 legte mir das Amtsgericht Münster diesen Widerstand gegen illegitime Gewaltausübung als Nötigung aus und verhängte gegen mich eine Geldstrafe von insgesamt 1.800 Euro. Die entsprechenden Gegenverfahren gegen die Täter, die ihre Vergehen (zum Teil) auch selbst zugegeben haben, wurden eingestellt.

 

Für mich stellen die Strafe und die Prozesskosten eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Daher bitte ich Euch um Eure Unterstützung.

 

Ich habe gegen das Urteil bereits Rechtsmittel eingelegt, denn es darf nicht sein, dass die rechtsstaatlichen Organe bei der Ausübung automobiler Gewalt weiterhin wegsehen. Zivilcourage darf meiner Ansicht nach nicht strafbar sein.

 

Nah.

Rosa Parks, 1955

 

PS: Ich habe den Zielbetrag bei dieser Aktion bewußt offen gelassen, da ich derzeit nur schwer abschätzen kann, wie viel Geld Rechtsbeistand, Prozesskosten und Strafe letztendlich verschlingen werden. Bei Scheitern des Rechtsmittels wäre hier ein mittlerer vierstelliger Eurobetrag fällig. Sollte das Rechtsmittel jedoch erfolgreich sein, werde ich nach einem anderen Projekt aus dem Bereich Radverkehr Ausschau halten. Dies könnte beispielsweise eine Klage gegen einen "Schrottradweg" sein. Die entsprechenden Projekte werde ich dann im Blog vor- und zur Abstimmung stellen.

215 €

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Am 7 Oktober 2017
Anonym
Wünsche Dir viel Kraft für den weiteren Rechtsstreit. Bin inhaltlich voll auf Deiner Seite.
Am 29 September 2017
Anonym
Lass dich nicht unterkriegen!