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Solidarität für Standing Rock!

Organisiert für das Natur- und Wildnisnetzwerk im deutschsprachigen Raum

Für die Fotos (außer Titelbild) danken wir Tim Yakaitis! 

 

Liebe Freunde, 

in North Dakota kampieren seit vielen Monaten UreinwohnerInnen aus mittlerweile rund 200 indigenen Kulturen im Gebiet der Lakota, um den Bau einer Erdölpipeline durch das "Standing Rock" Reservat zu verhindern.

 

Worum es geht

(Foto Tim Yakaitis)

Mit dem Bauprojekt würde sich die jahrhundertelange Geschichte der gebrochenen Verträge zwischen Weißen und Natives wiederholen. Die Pipeline soll durch Land führen, das per Gesetz den Ureinwohnern gehört. Sie würde mehrere heilige Plätze auf dem Land zerstören, darunter Begräbnisstätten.

Außerdem würde diese Pipeline eine sehr ernstzunehmende Gefahr für die Trinkwasserversorgung von 17 Millionen Menschen in den USA bedeuten, weil sie durch den Missouri-Fluss verlaufen soll. Dabei hat es zuletzt gerade in den USA, in diesem Jahr bereits mehrfach, verheerende Fälle von Pipeline-Brüchen gegeben, wobei tausende von Litern Erdöl ganze Landstriche und auch Flüsse verschmutzt haben. 

(Foto: Tim Yakaitis)

Die dort versammelten "Wasserschützer", wie die Menschen der Initiative sich selbst nennen, haben sich in den letzten Monaten trotz wachsender Polizeigewalt und den Übergriffen privater Sicherheitsfirmen vollkommen friedlich verhalten.

Sie stehen vereint zusammen, sie beten, sie singen, trommeln und rufen mit Megaphonen dazu auf, den Bau der Pipeline zu stoppen. 

Obwohl die Pipeline nach US-Gesetz illegal ist (da es bislang keinen Umweltauswirkungs-Bericht gibt, wie für ein derartiges Bauvorhaben gesetztlich vorgeschrieben wäre), haben die Behörden bisher nichts gegen den weiter fortschreitenden Bau unternommen.

In diesem Film dokumentiert die Journalistin Amy Goodman für Democracy Now die Entwicklung des illegalen Pipeline-Baus. Für ihre journalistische Arbeit über die Geschehnisse vor Ort wurde Zeitweise ein Urteil von 45 Jahren Haft über sie verhängt, das zum Glück später wieder aufgehoben wurde. 

 

Der Gewalt Einhalt gebieten

Inzwischen spitzt sich die Gewalt vor Ort immer weiter zu: Schutzhunde die Kinder und Frauen beißen, ernsthafte Verletzungen durch Gummigeschosse, die auf friedliche Demonstranten abgefeuert werden, mittlerweile fast täglicher Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern, Reitpferde die angeschossen wurden und dann eingeschläfert werden mussten und mittlerweile hunderte Fälle von schikanierende Inhaftierungen, wobei etwa eine minderjährige friedliche Ureinwohnerin über Nacht nackt in eine Zelle gesperrt wurde, oder Menschen aus Schwitzhütten- und anderen Zeremonien rausgeholt und in Hundezwinger gesteckt wurden. All das ausgeübt nicht nur von den privaten Sicherheitsfirmen die für die Pipelinebetreiber arbeiten, sondern viel schlimmer auch von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, die zudem noch hohe Bußgelder verhängen, welche in krassem Gegensatz zum meist sehr geringen Einkommen der Ureinwohner stehen.  

Die Bilder sprechen für sich!

 

Die Bilder von den durch Polizisten verprügelten friedlichen Ureinwohnern, von Frauen wie Männern sind erschütternd und zeigen deutlich, dass es bei der Initiative um viel mehr geht als nur um diese eine Pipeline. Standing Rock ist zum Symbol geworden für die Forderung nach einem respektvollen Umgang mit den Ureinwohnern dieser Welt, die seit hunderten von Jahren ausgebeutet und deren Rechte mit Füßen getreten worden sind. 

 

Was passiert als nächstes?

Präsident Obama hält sich bislang zurück – erst kürzlich hat er in einem Interview gesagt, dass er noch mehrere Wochen abwarten will, wie die Lage sich entwickelt. 

Dabei wird nun Winter. Bereits jetzt liegen die Temperaturen nachts nahe dem Gefrierpunkt, und das offene Land wird immer wieder von starken Winden gepeitscht. Die dort zum Schutz des Landes ausharrenden tausenden von Menschen sind teilweise überhaupt nicht auf das Kampieren in kaltem Wetter vorbereitet: Es fehlt an winter- und windfesten Zelten, an Werkzeugen wie beispielsweise Äxten, an kältetauglicher Kleidung wie Stiefeln, winterfesten Jacken, Schlafsäcken und ganz vielem mehr. 

 

Das eigentliche Ziel: Es geht um die Selbstermächtigung der UreinwohnerInnen!

Viele Vertreter indigener Nationen haben in den letzten Jahren vermehrt dahingehend geäußert, dass es im Gegensatz zu dem in Filmen oft vermittelten Bild vom weißen Helden, der die Ureinwohner rettet (siehe Avatar oder Der mit dem Wolf tanzt), nichts hilft, wenn wir als Weiße wie Superhelden auf die Bühne treten und irgendeine Art von Führerschaft beanspruchen. 

Vielmehr geht es darum, die Ureinwohner zu ermächtigen, die die eigentlichen Protagonisten sind. Denn das eigentliche Ziel ist, dass die Ureinwohner all dieser in North Dakota versammelten Stämme, durch ihr Zusammenkommen und ihre Standfestigkeit, die Pipeline stoppen und damit endlich die Jahrhunderte der Unterdrückung ein Stück weit abwerfen, indem sie es schaffen, ihre Rechte zu schützen und durchzusetzen. 

  

(Foto Tim Yakaitis)

Im folgenden Film kannst du die Stimme der Frauen vom Sacred Stone Camp hören, das Anfang April 2016 gegründet wurde, um das Land und das Wasser zu beschützen. Sie beschreiben die Gefahr und auch die Chance, uns gegen die schrecklichen Geschehnisse uns erheben, ein Zeichen zu setzen für den Schutz der Erde, der Ureinwohner dieser Welt und des Wassers – und letztendlich auch für das Entwickeln und Einsetzen von erneuerbaren Energiequellen. 

 

Was wir tun können

Viele Menschen in Europa haben wertvolle Lehren aus dem uralten Wissen der nordamerikanischen Natives gezogen, gerade rund um die Naturverbindungs- und Wildnispädagogik-Bewegung. Wir wissen um die große Bedeutung von Mutter Erde in diesen Kulturen.

Mehrere US-amerikanischen Wildnisschulen und Projekte (wie auch ganz viele andere weiße Menschen) haben aufgemacht, um vor Ort praktische Unterstützung zu leisten. Sie fahren mit Wagenladungen voller Winterausrüstung, Werkzeugen, Kleidung, Zelten usw. nach Standing Rock und helfen dort mit allem, was gebraucht wird: Holz hacken, Feuer hüten, Behausungen bauen, kochen, abwaschen… und Präsenz zeigen:  Sie sind als Weiße gekommen, um hinter den Ureinwohnern zu stehen.

Die Nature Connection Alliance  – unser Vorbild in den USA

In den USA haben sich mehrere Wildnisschulen zu einem Bündnis (https://www.facebook.com/groups/StandingRockActionNetwork/?fref=ts) zusammengeschlossen. Sie sammeln in den USA Spenden und setzen sie bis auf den letzten Dollar um in direkte Hilfe vor Ort.

Sie interviewen auch Demonstranten und helfen dabei, deren Stimmen im Internet für die ganze Welt hörbar zu machen.  

Auch wir hier in Europa wollen die Hände miteinander fest verschränken und als Natur- und Wildnisschulen so viele wie möglich Menschen wie dich erreichen, die unterstützen wollen. 

 

Unsere Einladung und unser Aufruf

Unser Anliegen ist es ein gebündeltes Zeichen zu setzen, indem wir gemeinsam als Naturverbindungsinteressierte und naturliebende Europäer Geld zu sammeln und damit zugleich deutlich unsere Stimme zu erheben.

Wir laden dich ein, mitzumachen und damit ein Zeichen für die Welt zu setzen – ein Zeichen unserer Solidarität mit den mutigen und willensstarken Menschen vor Ort.

Noch nie zuvor in der Geschichte gab es eine Aktion, bei der sich so viele indigene Stämme Nordamerikas zusammengetan haben, um dieses gefährliche Projekt zu verhindern.

Lasst uns symbolisch Teil der Bewegung sein und die Wasser und Land schützenden Menschen so gut, wie möglich, unterstützen.

Es geht letztlich um den Erhalt unser aller Mutter Erde!

(Foto: Tim Yakaitis)

Was passiert mit meiner Spende? 

Jeder einzelne Euro Spendengeld wird nach Ablauf der Sammelzeit kurz auf ein privates deutsches Konto von den Organisatoren gehen und dann direkt weiter wandern zum Sacred Stone Camp (dessen Frauen weiter oben im Film zu hören sind), einem der Basislager der Lakota vor Ort, dem wir den Gesamtbetrag übergeben werden. 

Das Sacred Stone Camp konnte inzwischen fast 1,5 Millionen Euro an Spenden zusammen tragen – was für ein kraftvolles Zeichen für die Unterstützung aus der ganzen Welt, die hinter ihnen steht! 

(Foto Tim Yakaitis)

Mit dem Geld das sie erhalten schenken sie dreimal täglich zubereitete Mahlzeiten an jeden vor Ort, der essen mag, kaufen Winterkleidung, Zelte, Ausrüstung, einfache Toiletten, medizinische Versorgung und mehr, und können gleichzeitig auch Anwaltskosten, Bußgelder bezahlen – kurz: einfach alles was vor Ort gebraucht wird.

Hier kannst du mehr Informationen über das Sacred Stone Camp finden: http://sacredstonecamp.org/

Bericht eines Besuchers im Sacred Stone Camp: 

"Gerade bin ich aus dem Sacred Stone Camp zurückgekehrt und es war eine der kraftvollsten Erfahrungen meines gesamten Lebens. Ich bin ein weißer Mann aus dem Bundesstaat Connecticut, der dort mit einem Rucksack voller Foto-Ausrüstung und einer Drone anreiste, um die Ereignisse zu dokumentieren. Ich hatte keine Ahnung wie oder ob die Stammesleute mich aufnehmen würden. Ich kann dir sagen, vom ersten Moment wo ich meinen Fuß auf heiligen Boden setzte, wurde ich mit offenen Armen und Herzen empfangen. Ich verbrachte ein paar Tage damit, das Lager zu fotografieren und die Menschen zu interviewen, mit der Hoffnung ihre Geschichte auf eine gute Weise weitergeben zu können. Ganz ehrlich, dies waren die wahrscheinlich besten Menschen die ich je getroffen habe.  Ihre Verbindung zur Mutter Erde, zu ihren Ahnen, innerhalb ihrer Gemeinschaft haben mich wirklich in Ehrfurcht versetzt. Der ganze Rest dieses Landes könnte das ein oder andere über Gemeinschaftsleben und friedvolles Miteinander auskommen von ihnen lernen, indem man einfach ein paar Tage in ihrem Camp verbringt. Bitte komm auch du her, ich verspreche dir, dass du mit offenen Herzen empfangen werden wirst, so wie auch ich das wurde. Und wenn du nicht hier vor Ort unterstützen kannst, dann schicke bitte eine Spende!"

 

Wir freuen uns sehr, wenn du gibst so viel wie du willst und kannst. 

Mit einem Klick kannst du dich beteiligen.  Alle Bezahlungen sind sicher mit SofortÜberweisung, VISA, Mastercard, Giropay oder ELV (kein Online-Banking oder Paypal-Konto notwendig).

Und wir freuen uns auch, wenn du diese Webseite weiterleitest und verlinkst und deinen Freunden und KollegInnen davon erzählst. 

Wir danke euch im Voraus, stellvertretend für alle, die sich beteiligen werden. 

Bastian Barucker (www.wildnisschule-waldkauz.de)

Elke Loepthien (www.circlewise.org)

Kirsten Segler (www.wildnisschulenportal-europa.de)

Daniel Bruns & Helen Beckers (www.wildnisschule-weltenwandler.de)

Veronika Eilbacher (www.veronika-eilbacher.com)

Wildnisschule Hoher Fläming (www.wildnisschule-hoherflaeming.de)

Thomas Wittich (www.sambara.info)

Björn Hombergs (Wildnisschule Schattenwolf)

 

und viele andere Natur- und Wildnisschulen und Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz

 

Mehr zu Natur- und Wildnisschulen:

Mehr Informationen zur #NoDAPL-Initiative: https://nodaplsolidarity.org/

 

(Foto: Tim Yakaitis)

Organisiert von

Elke Loepthien