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Nothilfe für Relu - gegen Rechts, Hass, Hetze und Gewalt

Nothilfe für Relu - gegen Rechts, Hass, Hetze und Gewalt


Nothilfe für Relu

Weil Armsein keine Schande ist und Gewalt und Rassismus keine Chance haben dürfen

Liebe(r) Leser(in),

herzlich willkommen bei meinem Spendenaufruf für den 19-jährigen Niculaie L., der zum Opfer von Gewalt und Rassismus wurde.

Ein unbekannter Täter schlug den Roma-Jungen krankenhausreif. Einfach so. Weil er arm ist. Weil er bettelte. Weil er ein Roma ist. 

Mit nur einem Klick können Sie Niculaie - kurz Relu - helfen. 

  • Bitte geben Sie einfach soviel Sie möchten, jeder Euro hilft.
  • Alle Bezahlungen sind sicher mit SofortÜberweisung, VISA, Mastercard, Giropay oder ELV ​(kein Online-Banking notwendig).
  • Warum diese Aktion bei Leetchi? Weil es übersichtlich, transparent und schnell ist.
  • Warum Nothilfe? Weil arm zu sein keine Schande ist und wir Rassismus, Hass und Gewalt keine Chance geben dürfen.

Bitte helfen Sie Relu mit einer kleinen Spende. Und lassen Sie uns damit gemeinsam zeigen, dass wir Gewalt, Rassismus und Hass etwas entgegenzusetzen haben. 


Und das ist Relus traurige Geschichte

Ende September 2016 - Niculaie L. sitzt auf dem Parkplatz vor einem Einkaufs-Markt im Hamburger Stadtteil Rahlstedt. Der Junge ist 19 Jahre alt, Roma, arm und zuckerkrank. Neben dem Pappbecher, in den Passanten aus Mitleid ein paar Euro fallen lassen, liegt ein Karton. Darauf steht in krakeligen Buchstaben: Ich bin an Diabetes erkrankt und ich brauche Insulin. 

In der Plastiktüte daneben befindet sich sein Notfallset – Insulin in Ampullen, Spritzen – was der Junge braucht, wenn der Zuckerspiegel im Keller ist.

Seine 19 Jahre sieht man Niculaie, den alle einfach Relu nennen, nicht an. Der Junge ist zierlich, schlank und schüchtern und wirkt allenfalls wie 15.

Viel hat er heute noch nicht gesammelt. Vielleicht reicht es für etwas zu essen, für seine Medizin. Da rollt ein Geländewagen auf den Parkplatz, Musik dröhnt durch die Scheiben. Am Steuer sitzt eine langhaarige Frau, mit ihr im Fahrzeug zwei Männer. Während die Frau und einer der beiden Männer in den Supermarkt gehen, um einzukaufen, kommt der andere Mann auf Niculaie zu.

„Er hat mit der Hand gezeigt, dass ich weiter soll, weg, weg!“, wird sich Relu später an diesen Moment erinnern. Dann geht alles sehr schnell. Der Mann, ca. 1.75 bis 1.80 Meter groß, etwa 30 Jahre alt, kräftig bis muskulös, glatzköpfig und tätowiert, baut sich vor dem Jungen auf. Er schnappt sich Relus ganze Habe – den Pappbecher, das Diabetes-Schild und die Plastiktüte – marschiert zu einem Mülleimer und wirft alles hinein.

„Entschuldigung, Entschuldigung Chef, kein Problem!“, versucht Relu in seiner Furcht zu schlichten. Er will keinen Ärger, nur sein Insulinbesteck, die Ampullen und Spritzen, weil sie für ihn lebenswichtig ist. Der Junge wartet einen Moment, bis er sich wieder halbwegs sicher fühlt. Dann läuft er zum Mülleimer, um nach seinen Habeseligkeiten zu sehen.

Der erste heftige Schlag trifft Relu mitten in sein Gesicht und hebt ihn aus den Schuhen. Er rappelt sich auf, will fliehen und entkommen, aber der Schläger lässt das nicht zu. Die Tritte des kräftigen Mannes treffen Relu von hinten. Sie treffen ihn im Rücken und an den Beinen. Der Mann verfolgt ihn, die Wucht der Schläge ist groß, ein letzter massiver Tritt, zwischen seine Beine platziert, und Relu landet im Bogen auf dem Asphalt, wo er liegen bleibt.

Eine Frau mischt sich ein, sie hat die Szene beobachtet und will den Schläger abhalten, weiter auf den Jungen einzutreten, doch der ist nicht zu bremsen und bedroht schließlich auch sie, sodass sie sich mit ihrem Kind im Einkaufs-Markt in Sicherheit bringt.

Im Krankenhaus werden die Ärzte an diesem Tag in einer Notoperation bei Relu eine doppelte Fraktur des rechten Schienbeines sowie mehrfache Prellungen diagnostizieren. Und die Polizei wird gegen Unbekannt ermitteln, wegen des Verdachtes der gefährlichen Körperverletzung. Der Täter war geflohen, zu Fuß. Und auch die Fahrerin des Geländewagens verschwand unerkannt. Doch mindestens eine Zeugin hatte die Szene beobachtet. Die Frau habe ihm über den Kopf gestreichelt und ihn zu trösten versucht, gibt Relu zu Protokoll. Eine  zweite Frau und Zeugin muss wohl den Rettungswagen und die Polizei gerufen haben.

Der Junge muss nun nicht nur mit den Schmerzen leben und mit der Angst, Opfer willkürlicher Gewalt geworden zu sein. Wahrscheinlich wird Relu auch eine hohe Rechnung zu bezahlen haben für die Operation und seinen Aufenthalt in einem Hamburger Krankenhaus. Eine Krankenversicherung hat der Junge nicht.

Auch wenn Relus Freunde hoffen, dass durch seine Aussage der Täter gefunden werden kann, so wäre damit längst nicht klar, wie allein der finanzielle Schaden zu beheben ist.

Relus größter Wunsch sei ein Job, erzählt er einem Mann, der es gut mit ihm meint. Einem Mann, der mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde für seine Dokumentarfilme, einem Regisseur, Filmemacher und Autor, dem Hamburger Andrei Schwartz.

Und mit Andrei Schwartz spreche schließlich auch ich. Über seine Sympathie für die Roma, seine Freundschaft mit Relu, über Armut in Europa, Bettler aus Rumänien und die Chancen, die ein Junge wie Relu auf ein Leben in Würde haben kann. Der Regisseur arbeitet aktuell an einem Dokumentarfilmprojekt, das sich mit der Armut in Rumänien befasst. Er porträtiert darin die BewohnerInnen des Dorfes, südlich der Karpaten, aus dem auch Relu stammt. 

Andrei Schwartz wird den Spendenbetrag direkt an Relu weiterleiten.

Relu kennt seinen Peiniger nicht. Er ist diesem Mann niemals zuvor begegnet. Der Junge war zur falschen Zeit am falschen Ort. Und sein einziges "Verbrechen" ist es, bettelarm zu sein. 


Aufmerksam wurde ich auf die Geschichte von Relu über das Obdachlosenmagazin aus Hamburg, Hinz&Kunzt, wo ursprünglich über die Gewalttat berichtet wurde. 

https://www.hinzundkunzt.de/brutaler-angriff-auf-jungen-obdachlosen

Dieser Link führt zur Biographie von Filmemacher, Regisseur und Drehbuchautor Andrei Schwartz auf filmportal.de

http://www.filmportal.de/person/andrei-schwartz_fdea7889803d442b9d2e355fd4cebd27​

 

Das ist eine Initiative von H. Pohl, Freie Journalistin und Fotografin, Hamburg im Oktober 2016 

 

€1,085 Collected

0 Day left
34 Contributions

Organiser

Pohl Heike

Profile verified

Beneficiary

Niculaie L.