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von Analphabetin zur Peer Counselorin.

Organisiert für Alexandra Ernst

 

Liebe Leserinnen , liebe Leser. Liebe Freunde.

Gerne möchte ich mich bei Ihnen Vorstellen. Mein Name ist Alexandra, ich bin 31 Jahre alt, lebe seit 2013 in Berlin. Doch bevor ich beginne, möchte ich noch eine kleine Anmerkung machen: Ich habe erst als Erwachsene das Richtige lesen und schreiben gelernt. Damit war ich eine von 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, die nicht richtig lesen und schreiben können. Deswegen ist das Fehlermonster noch an meiner Seite, ich bitte dies zu entschuldigen.

 

Wie Sie oben schon gelesen haben, habe ich erst als Erwachsene das richtige Lesen und schreiben gelernt. Trotz meines Schulbesuches war es mir leider nicht möglich diese großartige Fähigkeit früh zu erlernen.

Da mein Elternhaus von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung geprägt war, konnte ich dem gesamten Unterricht nur schwer folgen und wurde auf einer Schule für lernbehinderte abgeschoben. Mein Schwerpunkt lag eher darauf, meine Kindheit zu überstehen. Ich habe es geschafft meinen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu machen. Da für mich Aufgeben aber nicht in Frage kommt, habe ich mich weiter voran gekämpft bis ich meine Ausbildung zur staatlich geprüfter Sozialassistentin geschafft habe. Es sei dabei gesagt, dies habe ich immer noch ohne gute lese und Schreibkompetenz gemeistert, in dem ich zum Beispiel Stunden dafür investiert habe, Worte aus meinem Grundschulwörterbuch abzuschreiben. So habe ich mir meine Hausaufgaben mühevoll zusammengetragen. Dies ist nur ein kleines Beispiel für die Kreativität und den Kraftaufwand, den ich aufbringen musste.

 

Nun sind viele Jahre vergangen, ich kann lesen und Schreiben und somit besser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Doch leider habe ich aufgrund meiner Geschichte ein schwere posttraumatische Belastungsstörung davongetragen. So dass ich nicht mehr im Arbeitsleben stehe und Erwerbsunfähigkeits-Rentnerin bin.

Da diese Situation Allerding schwierig für mich ist, und ich gerne meinen Fähigkeiten weiter ausbauen möchte, habe ich mich dazu entschieden, meinen Traum wahr werden zu lassen: Ich möchte gerne in der Beratung als Peer Counselorin (behinderte Menschen beraten behinderte Menschen) tätig werden. Ich möchte meine Erfahrungen mit anderen Menschen teilen. Ich möchte ganz nach dem Bundesteilhabegesetz handeln und als Behinderter Mensch mitten in der Gesellschaft stehen. Ich möchte nach meinen Kräften etwas dazu beitragen, um Menschen zu helfen.

Deswegen habe ich mich bei 18. Peer-Counseling Weiterbildung 2019-2020 beworben: http://www.bifos.de/index.php/peer-counseling/18-peer-counseling-weiterbildung. Ganz zu meiner Freude, habe ich eine Zusage bekommen, mit dieser bin ich meinen Traum ein Stück nähergekommen.

 

Da sich meine Wohnsituation Ende letzten Jahres ungewollt noch einmal verändert hat, musste ich mein gesamtes für die Weiterbildung angespartes Geld notgedrungen für den Umzug aufbringen, weswegen ich jetzt leider nicht in der Lage bin den Ausbilungsbetrag von 2.000 Euro plus Einzelberatungskosten plus Fahrtkosten (insgesamt ungefähr 2.800 bis 3.000 Euro) aufzubringen.

 Als Erwerbsunfähigkeitsrentnerin bleibt in der kurzen Zeit nicht viel Geld übrig, das ich neu sparen kann. Nun bin ich auf der Suche, nach Menschen denen besonders daran liegt sich sozial zu Engagieren, die mich vielleicht mit einem Teil des fehlenden Betrags unterstützen wollen. Da mir gerade jeder Cent hilft, muss es selbstverständlich nicht der Gesamte betrag sein.

Denn bekanntlich schafft man mehr mit vielen .

Leider habe ich von den vielen Stiftungen die ich seit September 2018 angeschrieben habe bisher nur Absagen bekommen oder keine Rückmeldungen erhalten.

 

Da ich es immer schön finde, sich zusätzlich noch einen Eindruck von einem Menschen machen zu können, füge ich ihnen einige Links hinzu. Sie beschreiben zum Teil meinen Weg als funktionale Analphabetin:

 

https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/39381?fbclid=IwAR0xb_6Ax9FClkSR-ioMKWkxZj1x_VoAboNV4WA4apRVJLGhlND6B3vY1Dc

 

Ab Seite 38: https://www.nationale-armutskonferenz.de/wp-content/uploads/2017/10/NAK_Armutsrisiko-Geschlecht.pdf

 

Sternenzeit Sommer 18. Seite 5: https://www.sternenfischer.org/freiwillige/zeitung-sternenzeit/

 

Mein Engagement als Inklusionsbotschafterin: https://www.isl-ev.de/index.php/aktuelles/projekte/inklusionsbotschafterinnen/die-inklusionsbotschafterinnen/1637-alex-ernst

 

Auch die Zeitung Freundin berichtete über mich in ihrer Ausgabe 5/17.

 

Kleiner nachtrag. Ich wurde gebeten noch einen Meilenstein zu nennen.

Mein Traum war es schon immer ein Buch zu schreiben, meine Geschichte in den Händen zu halten. Es solle eine Liebeserklärung an mich selbst sein, eine Liebeserklärung an dem, was ich geschafft habe. So habe ich vor einigen Jahren angefangen, ein Buch zu schreiben, Tränen sind geflossen und in meinen Gedanken flog der Computer öfters als mir lieb was aus dem Fenster. Doch ich habe es geschafft!

Mein Buch hat sogar eine Heimat im Drachenmondverlag gefunden. Ich, die nicht richtig schreiben und Lesen konnte, ist plötzlich zur Autorin geworden. Meine Künstlerische Heimat ist nun im Drachenmondverlag.

Nimmerlands Fluch, damit bin ich nicht nur Peter Pan als Dämon begegnet, sondern habe mich von vielen Dämonen freigeschrieben. Meinen Traum erfüllt und ein großes Stück Handeln zurückbekommen.

 

https://www.drachenmond.de/titel/nimmerlands-fluch/?fbclid=IwAR0QM9UaO5ddHe_4_dJml4Bdg2Mo78M0mDTdw1PHIKGjmbCnKj45CRMyWd4

 

 

Ich stehe Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung

 

Ich bedanke mich für ihrer Zeit und verbleibe.

 Mit freundlichen Grüßen

 

Alexandra Ernst

Organisiert von

Alexandra Ernst