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Kosten für Rechtsstreitigkeiten im Bereich Aufklärung/Missbrauch im BDSM/Prävention

Organisiert für Ophelia

 

Meine Lieben,

 

auf Twitter kennt man mich unter @Ophelia_BDSM.

Ich schreibe auf meinem Blog hauptberuflich über BDSM und Aufklärung, setze mich für Entstigmatisierung ein und habe im Frühjahr mein erstes Buch "Vernünftig Unvernünftig" veröffentlicht, das von einem sicheren, risikobewussten Einstieg für unerfahrene Frauen in die Welt des BDSM handelt.

 

Leider wird gerade BDSM häufig von Menschen als Deckmantel genutzt, die unter dem Label "dominant" andere missbrauchen, manipulieren und ihre Grenzen überschreiten. Die Rechtslage ist hier oft noch schwieriger als in Bereichen, die mit BDSM nichts zu tun haben. Meistens sind davon ohnehin schon labile oder junge und unerfahrene Menschen, häufig Frauen betroffen, die sich im Anschluss nicht wehren können, sozial isoliert wurden, bedroht werden oder denen der offizielle Weg nicht so leicht zugänglich ist, weil die Hemmschwelle durch den Kontext BDSM und dessen Stigmatisierung noch höher ist als ohnehin schon. Und nicht zuletzt, weil das nötige Geld für eine kompetente Rechtsberatung oder einen Rechtsbeistand fehlt.  

 

Dass dieser Weg - die Aufklärungsarbeit in diesem Bereich - mir einmal so zum Verhängnis werden könnte, hätte ich nicht gedacht.

 

Es gibt einen Rechtsstreit, der mich selbst direkt betrifft, über dessen Inhalt ich aber nicht mehr sprechen darf, und dessen Ausmaß ich zu Beginn nicht absehen konnte.

 

Mir liegt alles daran, meinen Weg, meine Arbeit für Entstigmatisierung von BDSM und Aufklärung auch und vor allem in öffentlichen Bereichen (Polizei, Anwälte, Gerichte, Frauenberatungsstellen, usw.) weitergehen zu können. Allerdings musste ich in jüngster Zeit die Erfahrung machen, dass das ein Weg ist, den ich nicht im Alleingang schaffen kann, weshalb ich nun an dem Punkt bin, von dem ich sicher war, das ich ihn nie erreichen würde:

Ich bitte um Unterstützung - für mich und andere. 

 

Ich stehe derzeit vor Anwaltsrechnungen von mehreren Tausend Euro, die ich bislang nur teilweise begleichen konnte. Wie es weitergeht, weiß ich nicht.

Entweder ich trage diese Kosten - oder die Konsequenzen.

Konsequenzen, die im worst case dazu führen könnten, dass ich offline gehen müsste.

 

Ich kann nicht abschätzen, wie viel Geld hier zusammenkommt - aber das Internet hat mich schon häufig überrascht:

Sollte also sogar mehr zusammenkommen als ich für diese Sache benötige, wird alles, was darüber hinaus gesammelt wird, dafür verwendet, jenen Frauen kompetente und tolerante Anwälte an ihre Seite zu stellen, die Übergriffe im Bereich BDSM zur Anzeige bringen wollen oder bereits gebracht haben, die aber belächelt oder nicht ernst genommen wurden, weil BDSM angeblich ohnehin ein Graubereich sei, in dem man nie genau sagen könne, was ungewollte Grenzüberschreitungen oder tatsächliche Vergewaltigungen sind und was nicht.

 

Es sind Aussagen und Haltungen wie diese, gegen die ich vorgehen möchte.

 

Ich möchte solchen Frauen helfen können - durch mehr als nur Reden und Beistand. Ich stand und stehe mit Frauen in ganz Deutschland in Kontakt, die mir berichten, wie sie im Anschluss an sexualisierte Gewalt gestalkt oder bedroht werden, die manipuliert und sozial isoliert wurden oder die gerade noch die Kraft aufbringen, sich therapeutische Behandlung zu suchen - häufig nicht einmal das. Reden und Beistand und Aufklärung sind wichtig - aber ich lerne gerade auf die harte Tour, dass Idealismus keine Rechnungen bezahlt. 

 

Vielleicht ist diese Aktion hier ein Tropfen auf den heißen Stein - vielleicht aber auch nicht.

 

Vielleicht bin ich ja nicht die Einzige, die sich eine Welt vorstellt, in der jeder Mensch seine Sexualität ausleben darf, ohne verurteilt zu werden und ohne dabei fürchten zu müssen, Grenzüberschreitungen in kauf nehmen zu müssen, weil unser System ihn diskriminiert, statt seine Rechte zu verteidigen. 

 

Schon jetzt danke ich jedem Einzelnen, der auch nur ein klein wenig beitragen möchte - aber auch allen, die mir auf Twitter Solidarität ausgesprochen haben oder mich zurzeit online und offline auf unterschiedlichsten Wegen unterstützen.

 

Eure Ophelia 

 

PS: Da ich um die traurige Stigmatisierung um das Thema BDSM weiß und die Vorsichtig vieler Menschen diesbezüglich verstehen kann, habe ich diese Sache hier so eingerichtet, dass die Namen der Spender nirgends genannt werden. 

 

Organisiert von

Ophelia