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Erhalt und Renovierung des Historischen S-Bahn Fahrsimulators

Organisiert für Historischer S-Bahn Fahrsimulator Berlin

Geschichte des Simulators

 

Der Simulator wurde 1968/69 in Halle (Saale) bei der damaligen „Versuchs- und Entwicklungsstelle der Maschinenwirtschaft der DR“ (VES-M) nach dem Vorbild eines damals schon vorhandenen Loksimulators der britischen Staatsbahn entworfen, entwickelt und gebaut. Ein schwarz-weiß Werbefilm vom damaligen Ministeriums für Verkehrswesen der DDR aus dem Jahre 1970 ist ebenfalls vorhanden und zeigt anschaulich seine Technik sowie die damalige Art und Weise der Ausbildung auf diesem Simulator. Die Bahnstrecken, mit denen geschult wurde, waren mittels 16mm Schmalfilmkamera, welche auf einem Messwagen der VES-M platziert war, aufgenommen worden. Das Bild wurde dann über einen modifizierten Schmalfilmprojektor auf eine Leinwand projiziert, welche vorm rechten Seitenfenster des Führerstandes angebracht war. Die nötigen Signalbegriffe wurden mittels eines Lichtsignalmodells, welches sich ebenfalls vor der Scheibe befand, eingeblendet. Im Inneren wurden alle Bedienelemente eines Führerstandes mit Originalbauteilen (Fahrschalter, Führerbremsventil, Sifa, usw.) nachgebildet. Genutzt wurde der Simulator anfangs, im Jahre 1970, von der Außenstelle der Zentralen Betriebsakademie (ZBAK) in Halle/Sa. Allerdings Stand dieser zu diesem Zeitpunkt immer noch in der Werkhalle der VES-M Halle/S. Dort wurden die zu qualifizierenden Triebfahrzeugführer in mehreren Unterrichtseinheiten je 30 min auf der Diesel-Lok BR 118 ausgebildet. Eigentlich war geplant, insgesamt 4 solcher Simulatoren für eine einheitliche Ausbildung bei der gesamten DR zu bauen, was jedoch aus verschiedensten Gründen nicht realisiert werden konnte. Es fiel dann Mitte der 1980er Jahre der Beschluss, den Simulator für die Triebfahrzeugführer-Ausbildung bei der S-Bahn Berlin zu nutzen. Aus diesem Grund wurde er in Halle (Saale) mit Originalbauteilen der damaligen S-Bahn- Baureihe 277 (heute: 477) dafür hergerichtet und umgebaut. Im Jahre 1988 wurde er dann nach Berlin-Marzahn in das damals neu erbaute Ausbildungszentrum der Reichsbahndirektion Berlin umgesetzt. Für ihn wurde dort eine große Halle mit angeschlossenem Schulungsraum sowie Werkstatt und Sozialraum errichtet. Zunächst wurde weiterhin mit 16mm-Filmen versucht, die Berliner S-Bahnstrecken aufzunehmen und darzustellen, dann jedoch mit dem Mauerfall im Jahre 1990 eröffnete sich die Möglichkeit, nun mit modernen digitalen Komponenten das Streckenbild sowie die nötigen Lichtsignale erzeugen zu können. Eine Spezialfirma aus Bremen (die damalige Fa. DST - heute SimuTec) wurde beauftragt und ließ die Strecken per VHS-Videokamera filmen. Diese Videobänder wurden danach digitalisiert und auf Laser-Disk gebrannt – eine damals recht neue Technologie aus der professionellen Videotechnik (quasi der Vorläufer unserer heutigen DVD’s). Diese LaserDisk’s wurden mittels elektronischen Bildplattenspieler abgespielt und auf einen Amiga- Bildrechner geleitet, welcher dann über einen Linux Grafikrechner das nun erzeugte Bild auf einen Video-Beamer übertrug. Mit eigemischt in dieses Bild wurden nun auch die veränderbaren Grafiken für die Lichtsignale und die verschiedenen Mastschilder sowie einige Zs-Signale. Dieses Verfahren war sehr aufwändig und kostete mehrere zehntausend D-Mark, stellte sich aber als tauglich und robust heraus und ist in dieser Form eigentlich als Unikat zu sehen – und es funktioniert bis zum heutigen Tage tatsächlich immer noch ganz passabel! Die fahrdynamischen Kräfte als wahrnehmbare Kabinenbewegung wurden schon von Anfang an in Abhängigkeit des Anfahrens und Beschleunigens generiert, was ein recht reales Fahrgefühl erzeugte. Ebenso die Motor-Roll-und Windgeräusche - sie wurden synthetisch erzeugt und über Lautsprecher eingespielt. So ausgestattet und den Bedingungen der elektr. Triebfahrzeuge der S-Bahn Berlin angepasst, wurde der Fahrsimulator für die Ausbildung der Berliner S-Bahn-Triebfahrzeugführer an der damaligen Lokfahrschule Berlin-Lichtenberg - Außenstelle Berlin-Marzahn - von 1991 an benutzt. Ein zweiter Führerstand der BR 270 (heute: 485) wurde dann ebenfalls speziell an die Technik des Simulators angepasst. Somit konnte wahlweise in der Fahrkabine ein Führerstand der BR 477 und auch der BR 485 betrieben werden. Jedoch mit der Bestellung der S-Bahn Neubaufahrzeuge BR 481 ab Ende der 1990er Jahre war der Simulator auf Grund seiner inzwischen doch zu alten bzw. unmodernen Steuer-Technik der Kabine nicht mehr für die aktuelle Fahrausbildung geeignet. Sein Einsatz endete deshalb dann zum Ende des Jahres 1996. Seit seiner „Außerdienststellung“ betreut eine kleine, engagierte BSW-Gruppe den historischen Fahrsimulator als Zeitzeugen und technisches Denkmal des deutschen Eisenbahnerbes immer noch am letzten Standort, der ehemaligen Bahnschule in Berlin-Marzahn, direkt an der heutigen S-Bahnhof „Raoul Wallenberg-Straße“. Glückliche Umstände ermöglichten die Weiternutzung des damals speziell errichteten Gebäudes, erfreulicherweise bis zum heutigen Tage. Er ist auch heute, nach fast 50 Jahren, immer noch fast nahezu voll funktionstüchtig und kann von Eisenbahnfreunden und allen Interessierten bei Besuchsterminen besichtigt und natürlich selbst ausprobiert werden. Heute besteht seine Besonderheit eigentlich darin, dass er keine künstlichen/elektronischen Streckengrafiken zeigt, wie alle anderen heutigen modernen Simulationsanlagen, sondern er präsentiert die echten per VHS-Videofilm aufgenommenen Berliner S-Bahnstrecken der frühen 1990er Jahre! Dies ist heute also schon eine wahre Berliner Nostalgie und findet stets viele begeisterte Interessenten und Besucher.

 

 

 

Aktuelle Nutzung des Simulators

 

Zum Erhalt des Simulators wurde Anfang des Jahres 2000 die BSW-Gruppe „Historischer S-Bahn Fahrsimulator Berlin“ gegründet. Sie ist angegliedert an die übergeordnete Gruppe „S-Bahnstromanlagen Berlin“. Diese Gruppe betreut und pflegt heute den ersten und einzigen Lok-Fahrsimulator, den die Deutsche Reichsbahn (der DDR) besaß - der historische Wert dieses Simulators für das Eisenbahnerbe ist somit nicht unerheblich. Auch liegen alle Schriftstücke, Dokumente, Originalzeichnungen und -pläne aus damaliger Zeit komplett vor. In der Zeit von April bis Ende November finden je nach Nachfrage, pro Monat Besuchertage statt. Hier können Interessierte den Simulator besichtigen und natürlich auch selbst ausprobieren, und somit ein Stück Berliner Geschichte selbst erfahren. Für kleine Besuchergruppen werden auch separate Termine angeboten.

 

 

 

Anlass der Sammelaktion / Aktuelle Problematik

 

Seit 1988 steht der Simulator nun schon auf dem heute ehemaligen Gelände der Lokfahrschule Berlin-Lichtenberg - Außenstelle Berlin-Marzahn. Seit 1996 durch das BSW übernommen, steht der Bau mit dem Simulator nahezu unberührt nun da. Die verbaute Technik ist somit fast 30 Jahre alt und nicht mehr die fitteste. Die Computertechnik ist in den letzten Monaten immer wieder ausgefallen und wir arbeiten derzeit mit einer Kompromiss-Variante. Wir gehen davon aus, dass auch diese Variante nicht mehr lange aufrecht zu erhalten ist. Um den Simulator zu retten, und weiter für die Öffentlichkeit anbieten zu können, haben wir uns dafür entschieden, ihm ein technisches Upgrade zu verpassen. Parallel zu der jetzigen Technik, soll eine digitale Lösung mittels des Programmes „LOCSIM“ erfolgen. Dies erlaubt uns die historische Technik bis zu ihrem Erliegen noch weiter zu nutzen und zu präsentieren. Ein Pro-Punkt von „LOCSIM“ ist, dass die historischen Streckenaufnahmen von damals weiterhin verwendet, und in einer besseren Qualität, dank moderner Digitalisierungsmöglichkeiten, erhalten bleiben. Zusätzlich können aktuelle Streckenaufnahmen von heute mit in das System eingespielt werden.

 

Der Erhalt der Technik steht aktuell im Vordergrund, doch das Gebäude, in welchem der Simulator untergebracht ist, ist ebenfalls seit fast 30 Jahren nicht mehr renoviert worden. Wir haben mit Wasserschäden zu kämpfen, da das Dach und die Regenwasserabfuhr beschädigt ist. Zudem müssen wir im Winter, um Schäden zu vermeiden, den Simulator schließen, da es dort durch die schlechte Dämmung zu Frost und Kondenswasser an der Technik kommt. Die Kosten für Strom und Heizung zahlen wir aus privater Hand.

 

Um den historischen Fahrsimulator weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, benötigen wir nun eure Hilfe. Jeder Euro hilft uns dabei weiter. Erzählt auch euren Freunden und Verwandten von diesem Projekt, wir leben nur von Mund-zu-Mund Propaganda.

 

Leider kann die Stiftung BSW keine Spendenquittungen ausstellen, dafür bieten wir aber jedem Spender an, ab einem Betrag von 100,00€ auf Wunsch ein Spendenzertifikat mit Danksagung auszustellen. Selbstverständlich gilt dieses Zertifikat auch als Freikarte für den Besuch des Simulators. Schreiben Sie dafür eine E-mail an info(at)historischerfahrsimulator.de mit dem Betreff „Zertifikat“ und als Inhalt Ihren Vor- und Nachnamen, einen Nachweis zur Spende (Kontoauszug, Screenshot, etc.), und Ihre Adresse für die Zustellung.

 

 

 

Impressum

 

Besucheradresse: Otto-Rosenberg-Straße 6, 12681 Berlin

Internetadresse: http://www.historischerfahrsimulatorberlin.de/woltlab

E-Mail-Adresse: info(at)historischerfahrsimulator.de

Telefon (Nur Besucheranfragen): 030 297 36666

 

 

 

345 €

gesammelt
194 Tage verbleiben
9 Beteiligungen
Teilnehmen

Organisiert von

Tobias Hirsch

Thomas Herrmann hat sich beteiligt 50 €

UW hat sich beteiligt

Wolfgang Görres hat sich beteiligt 10 €

MR hat sich beteiligt

Petra Koschel hat sich beteiligt

Helmut Adolf hat sich beteiligt 100 €

Martin Volp hat sich beteiligt 10 €

Florian Wittig hat sich beteiligt 50 €

Nadja Lück hat sich beteiligt

Am 8 Januar 2018
Nadja Lück
Viel Erfolg für Euer Vorhaben! Viele Grüße, Nadja