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Unser Freund Baryalai muss bleiben!

Organisiert für Baryalai

Am frühen Morgen des 28. November 2017 wurde unser afghanischer Freund Baryalai  in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bayreuth von der Polizei festgenommen und in Abschiebehaft verbracht. Wie er vom zuständigen Richter erfahren hat, ist für ihn ein Platz im für den 6.12.2017 geplanten Abschiebeflug nach Afghanistan vorgesehen.

Nachdem seine bisher für ihn zuständige Anwältin per Eilantrag erwirkt hat, dass er aus der Haft entlassen wird, ist Baryalai mittlerweile wieder frei – dennoch droht ihm nach wie vor die Abschiebung. Baryalai hat umgehend einen weiteren Anwalt eingeschaltet, der nun versucht, seinen Aufenthalt in bei uns zu sichern. Die Kosten für den Anwalt belaufen sich auf 2000 Euro.

 

Baryalai ist 26 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. In all den Jahren hat er sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, hat immer gearbeitet, wenn er durfte und ist froh, dass er in Deutschland leben kann.

Baryalais Vater war in Afghanistan politisch aktiv. Als der Junge fünf Jahre alt war, wurde die Verfolgung durch die Taliban so gravierend, dass er mit einem Onkel in den Iran floh. Seitdem hat er nichts mehr von seinen Eltern gehört. Er befürchtet dass sie, wie andere Freunde und Familienmitglieder auch, von der Taliban getötet wurden.

Im Iran starb sein Onkel bei einem Autounfall, sodass Baryalai auf sich allein gestellt war.

Als er aus dem Iran nach Afghanistan abgeschoben werden sollte, floh er weiter. Er ist sich sicher, dass die Taliban ihn in Afghanistan töten würden.

2011 kam Baryalai nach Deutschland und stellte hier einen Asylantrag. Gleichzeitig versuchte er, sich eine Zukunft aufzubauen. Nachdem er 2014 für neun Monate beim BfZ einen Deutschkurs besucht und mit Erfolg abgeschlossen hat, besuchte er zwei Jahre lang die Mittelschule, die er 2016 abschloss. Neben der Schule arbeitete er in einem Restaurant. Er erzählt oft, wie viel Spaß ihm die Arbeit dort gemacht habe, da er gerne kocht und im Service arbeitet. Zudem hat er drei Monate als Schweißer gearbeitet. Baryalai ist vielseitig interessiert und kann flexibel in vielen unterschiedlichen Berufen arbeiten. Daher hat er die Zeit als Schweißer ebenso genossen. Er hätte eine Ausbildung zum Automechaniker antreten können, leider erteilte ihm die Ausländerbehörde keine Beschäftigungserlaubnis. Das macht  ihn sehr traurig. Ohne eine sinnvolle Aufgabe zu sein, das kann er sich nicht vorstellen. Für seine Zukunft in Deutschland wünscht er sich nichts sehnlicher, als eine Ausbildung machen und arbeiten zu dürfen.

Baryalai arbeitet immer weiter an seinem Deutsch, damit er sich eine Zukunft in Deutschland aufbauen kann. Er wünscht sich eine Familie, dafür braucht er allerdings, so sagt er, ein sicheres Einkommen, damit er auch für seine Familie sorgen kann. Er ist ein sehr sozialer Mensch, der gerne Kontakt zu anderen pflegt. Jeden Tag trifft er seine Freunde aus Deutschland, Afghanistan und Russland. Sie sind, so sagt er, seine Familie in Deutschland.

 

Baraylais Geschichte aus der Zeit in seiner Heimat und über sein Leben in Deutschland macht deutlich: Er ist ein Mitglied unserer Gesellschaft. Er ist in Deutschland angekommen, wo er sich zu Hause fühlt und ein Leben in Sicherheit verbringen möchte. Er hat hart gearbeitet, um sich dieses Leben zu schaffen und hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass ihm eine Zukunft in Deutschland möglich ist. Diese Chance darf ihm nicht genommen werden! Baryalai darf nicht abgeschoben werden!

 

Erst ein Abkommen der EU mit Afghanistan machte Ende 2016 Abschiebungen nach Afghanistan wieder möglich. Das Land ist aber keineswegs sicherer geworden; Die Zahl der bei getöteteten Zivilisten in Afghanistan steigt seit Jahren stetig an. Im ersten Halbjahr 2017 gab es bereits fast so viele Tote wie im gesamten Vorjahr. Erst als Ende Mai auch die Deutsche Botschaft in Kabul Ziel eines Anschlags wurde, schränkte der Bundestag die Abschiebungen nach Afghanistan ein. Zwar sind Abschiebungen, trotz der sich immer weiter verschlechternden Sicherheitslage, weiterhin möglich. Die Abschiebungen wurden aber eingegrenzt auf Straftäter, Gefährder und Identitätstäuscher. Die neue Lagebeurteilung, der der Bundestag zugestimmt hat, können Sie hier nachlesen. Baryalai ist nicht vorbestraft, kein Gefährder und er hat seine Geburtsurkunde der Ausländerbehörde vorgelegt. Es ist uns unverständlich, warum das Innenministerium trotzdem versucht, ihn abzuschieben.

 

Machen Sie mit Ihrer Spende möglich, dass unser Freund bei uns bleiben darf und ihm seine Zukunft nicht genommen wird!

 

1.670 €

von 1.600 € gesammelt
104%
0 Tag verbleibt
41 Beteiligungen

Neuigkeiten

Fiona Schultz schrieb am 5 Dezember 2017:

Ihr Lieben,ich bin überwältigt von Eurer Spendenbereitschaft! Vielen, vielen Dank dafür. In all diesem Abschiebewahn gibt es nur einen Lichtblick und der seid ihr: Ich hätte nie gedacht, dass wir so schnell so viel Geld zusammen bekommen, dass sich so viele Menschen solidarisieren und sich beteiligen.

 

Vielen, vielen Dank dafür!

Organisiert von

Fiona Schultz

Hildegard Weinsziehr hat sich beteiligt

Anonym hat sich beteiligt

Susann Böhm hat sich beteiligt

Andreas Decker hat sich beteiligt

Erhard Kretschmann hat sich beteiligt

Gunter Dr. Schöch hat sich beteiligt

Volker Karnapp hat sich beteiligt

Annette Daiber hat sich beteiligt

Anonym hat sich beteiligt

Detlef Selle hat sich beteiligt

Mechthild Beu-Wittenberg hat sich beteiligt

Anonym hat sich beteiligt

Michael Vogt hat sich beteiligt

Marina von Heesen hat sich beteiligt

Ursula Schleier hat sich beteiligt

Angelika Conen hat sich beteiligt

Sebastian Bauer hat sich beteiligt

Gabriele Völkel hat sich beteiligt

Kathrin Scheytt hat sich beteiligt

Anonym hat sich beteiligt

Helmreich Eberlein hat sich beteiligt

Hennry Schick hat sich beteiligt

A.M. hat sich beteiligt

Anonym hat sich beteiligt

Am 5 Dezember 2017
Anonym
Tolle Aktion, hoffentlich schafft es Baryalai zu bleiben! Unsere Flüchtlingspolitik ist so übel und so dumm! Viele liebe gute Wünsche von Andrea
Am 5 Dezember 2017
Susann Böhm
Kein Mensch ist illegal. Afghanistan ist nicht sicher!
Am 5 Dezember 2017
Andreas Decker
Viel Erfolg für euch!
Am 5 Dezember 2017
Erhard Kretschmann
weihnachtliches Hoffnungszeichen
Am 5 Dezember 2017
Gunter Dr. Schöch
Das ist nicht zu verstehen und nicht zu fassen
Am 5 Dezember 2017
Volker Karnapp
hoffentlich klappt es - ich habe selber einen jungen Afghanen als Mündel, dem gerade der Asylantrag vom BaMF abgelehnt wurde
Am 5 Dezember 2017
Annette Daiber
Toll, dass Sie sich so engagieren! Die Herzlosigkeit und Unmenschlichkeit unserer Regierung macht mich immer wieder fassungslos. Viel Erfolg!
Am 4 Dezember 2017
Angelika Conen
Ich hoffe, die Abschiebung kann abgewendet werden.
Am 4 Dezember 2017
Kathrin Scheytt
Viel Erfolg!
Am 4 Dezember 2017
Hennry Schick
Ihr seid einfach toll Leider gibt bes immer weniger Menschen die auch an Andere denken.